Top

Erfahrungsbericht: Thomas

Mein Name ist Thomas Augenstein und ich bin 19 Jahre alt.

Da ein großer Teil meines Lebens aus Sport besteht, versuche ich sooft es geht Sport zu treiben. Dafür trainiere ich mindestens 3 mal pro Woche im Fitnessstudio und spiele aktiv im Verein Fußball, wobei dies im letzten Jahr an Stellenwert verloren hat. Warum? Dazu später mehr.

Neben diesen beiden Aktivitäten, versuche ich mich gerne an neuen Herausforderungen. Ob das nun das Training mit dem Expander ist – was für mich eine komplett neue Erfahrung war – oder Gleichgewichts-, Körpergewichtsübungen, sowie TRX-Training. Solange es meinen zeitlichen Rahmen nicht sprengt, bin ich immer für Neues offen.

Zum Vereinssport kam ich mit 10 Jahren. Allerdings weder Fußball noch Kraftsport, sondern Eishockey war der Sport, der mein Herz zum schneller schlagen veranlasste.

Als ich jedoch aus gesundheitlichen Gründen aufhören musste, wollte ich die entstandene Lücke kompensieren und fing nach 2 Jahren, in denen ich keinen Sport machen konnte, schließlich mit Fußball an. Allerdings wusste ich von vornherein, dass es nie mein Sport werden würde, es war lediglich, um mich körperlich etwas fit zu halten.

Zum Jahreswechsel 2012 auf 2013 entdeckte ich den Kraftsport für mich. Eigentlich aus einer Laune heraus und dem Verlangen meinen leichten „Bierbauch“ wieder abzutrainieren und etwas dickere Arme zu bekommen, verfiel ich in eine Art Wahn, die mich dazu trieb jeden Tag aufs neue Bücher, Dokus, Youtube-Videos und Blogs zu lesen und zu schauen, um mein Wissen über das Training, sowie die richtige Ernährung immer weiter auszubauen.

Nach einem ¾ Jahr schließlich zog es mich in ein Fitnessstudio, da mir die Hantelbank und die dürftigen Kurz- und Langhantelgewichte daheim nicht mehr ausreichten.

Nach und nach bekam der Kraftsport die zentrale Rolle meines Lebens und löste andere Aktivitäten wie Fußball oder Leichtathletik, worin ich mich kurze Zeit versucht hatte, mehr und mehr ab, bis ich nun an dem Punkt stehe, das Fußball wieder komplett aufzugeben, um dem Kraftsport meine ganze Aufmerksamkeit zu schenken.

Mein Engagement für diesen Sport hat vielerlei Facetten.

Um das wichtigste zuerst zu nennen, geht es meinem Körper und meiner Seele besser, wenn ich Kraftsport mache. Meine Knieprobleme sind auf ein Minimum gesunken und ich habe weder Rücken-, noch Lendenschmerzen. Ich fühle mich nach (beinahe) jedem Training ausgeglichen und zufrieden. Des weiteren ist es für mich jedes Mal aufs neue ein Glückserlebnis, wenn ich mich selber im Gewicht steigere, oder mit dem selben Gewicht mehr bzw. bessere Wiederholungen hinbekomme. Auch ein Punkt ist, dass jeder auf seine Weise ein bisschen selbstverliebt ist und ich mich so, wie ich mittlerweile aussehe, schlicht und ergreifend lieber im Spiegel anschaue, als noch vor 2 Jahren. Ein letzter Punkt, der mich immer wieder erstaunt, ist, wie man auf andere wirkt, wenn man anders aussieht, als der „Otto-Normal-Verbraucher“. In einen Raum zu kommen und von den Leuten bemerkt zu werden, ist für mich ein klasse Gefühl und gibt mir in gewisser Weise Selbstbestätigung.

Mein Ziel im Kraftsport ist primär, ein Mal im Leben als Natural Bodybuilder auf einer Bühne zu stehen. Was mich antreibt? Jeder neue Tag, an dem ich besser bin, als am vorherigen.Vielleicht hört es sich etwas banal an, aber für mich ist der Zeitpunkt, an dem ich aufstehe, der beginn mein Leben auf ein neues weiter zu leben und besser zu machen, als am Tag davor.

Ich weiß. An allen Tagen klappt das nicht. Nur wozu hat an an solchen Tagen Freunde, Familie, vielleicht eine/n Freundin/Freund, oder Frau/Mann, die/der einem unter die Arme greift und weiterhilft, auch diese Tage erfolgreich zu gestalten.

Außerdem gibt es kein Geheimrezept, dass einen immer weiter pusht, es ist lediglich die Einstellung.

Neben diesem Ziel verfolge ich aber auch die Philosophie „Sei so stark, wie du aussiehst“. Ich finde es bringt nichts, wenn man einen breiten Oberarm und eine massive Brust hat, wenn man damit kein Gewicht bewegen kann, weshalb ich in meinem Trainingsplan ebenso Übungen eingebaut habe, die hauptsächlich der Kraftsteigerung dienen. Mit der Hilfe dieses Konzeptes versuche ich seit neuestem an Kraft-Dreikämpfen teilzunehmen, um mich auch auf diesem Gebiet weiterzubilden.

Mein Training hat sich über die Zeit in der Hinsicht verändert, dass ich durch das entstandene Know How meinen Trainingsplan, den ich seit jeher selber entwerfe, so ändern konnte und kann, dass er an mich angepasst ist. Auch wenn dieser wohl noch lange nicht perfekt ist, komme ich doch immer näher an das Optimum heran.

Neben den Änderungen im Training an sich, habe ich neue Elemente hinzugefügt. Eines dieser Elemente ist, wie schon beschrieben, der Teil des Trainings, oder ein extra Training für die Kraftsteigerung. Das andere wichtige Element ist die aerobe Ausdauer. Da ich mit dem Fußball mehr oder weniger schon abgeschlossen habe, brauche ich etwas, um meinen Stoffwechsel, sowie mein Herz-Kreislauf-System in Schwung zu halten. Hierfür mache ich aerobe Ausdauerübungen, sprich Joggen, Fahrradfahren, Schwimmen, etc. auf niedrigem bis mittlerem Herzschlagniveau, sodass sich die Ausdauer nicht verringert und meine Fettverbrennung angekurbelt wird.

Meine Ansicht zu diesem Sport hat sich jedoch mehr verändert, als meine Trainingsweise.

Zu Beginn fand ich die „dicken Jungs“, wie einen Ronny Coleman, einen Arnold Schwarzenegger, einen Markus Rühl, der mittlerweile einer der Sportler für mich ist, oder wie sie auch alle heißen, nicht sehr attraktiv und etwas „eklig“, wie viele vielleicht sagen würden. Doch nach und nach wurden mir viele natural Athleten zu schmal. Ich fand hauptsächlich die Schulterpartie und den Rücken nicht dominant genug und orientierte mich immer mehr an richtigen Bodybuildern.

Allerdings muss ich an dieser Stelle erwähnen, dass der naturale Weg, für mich der einzig richtige ist und ich lediglich die Ästhetik und die Masse der Profis beneidenswert finde.

Die Hingabe zum Sport und hauptsächlich zum Eishockey hat mein Leben von klein auf dominiert. Allerdings wurde mir der Einfluss erst richtig bewusst, als ich mit dem Kraftsport anfing. Ich schreibe es diesem Sport zu, dass mein Leben endlich so verläuft, wie es schon lange hätte laufen müssen. Ich weiß, dass irgendwelche Fitness Gurus Tag für Tag erzählen, dass Kraftsport einen selbst verändert und das Leben umkrämpelt und man es selber doch nie glauben will, aber es ist wirklich so – zumindest bei mir! Der Kraftsport gibt mir die Disziplin und das Durchhaltevermögen, das ich davor nicht hatte. Alleine die Tatsache, dass ich die Wohnung so sauber halte wie noch nie, abends zwischen 21:00 und 22:00 Uhr ins Bett gehe und jeden Tag koche, anstatt zu McDonalds oder Burger King zu rennen bzw. mit eine Pizza zu bestellen, zeigt mir einen kleinen aber feinen Unterschied, gegenüber den meisten anderen Menschen.

Wobei ich einen negativen Aspekt sehr wohl auch bemerken musste. Eigentlich wusste ich schon recht genau, was ich nach der Schule machen will. Doch durch Kraftsport ist es mir leider nicht mehr so klar, wie davor. Da ich mich so im Sport vernarre, finde ich an vielem anderen, was davor noch einigermaßen spannend war, keine große Lust mehr. So mit dem eigentlichen Wunschstudium: International Business.

Meine Mutter sagt mir schon seit langer Zeit, dass der Studiengang nichts für mich ist und nun, jetzt wo ich mich eigentlich schon beworben haben sollte, falle ich aus allen Wolken, weil ich nicht mehr weiß, ob es das richtige ist.

Demnach ist Sport, besonders wenn man darin vernarrt ist, nicht immer nur etwas luftig leichtes. Obwohl ich dadurch vielleicht einen großen Fehler umschiffe, was positiv sein kann, bin ich doch jetzt wieder an einem Punkt, von dem ich gedacht habe, dass er nur noch Vergangenheit sein würde.

Abschließend kann ich mit bestem Gewissen sagen, dass Kraftsport mein Leben von Grund auf verändert hat. Vielleicht wird nicht jeder mit meiner Aussage glücklich, aber denk doch mal an dich selber: Du hast auch eine Leidenschaft, die dich glücklich macht und dir durch schwere Zeiten hilft. Ob das etwas künstlerisches oder handwerkliches ist, etwas sportliches oder kreatives sei mal dahingestellt, aber du hast etwas das dich antreibt und das dir immer wieder Kraft gibt für den Alltag und für neue Herausforderungen.

Und genau das ist für mich der Kraftsport!

, ,

One Response to Erfahrungsbericht: Thomas

  1. Thomas L. aus Z. 26. März 2017 at 09:57 #

    Klasse Artikel! Vielen Dank dafür und viel Erfolg weiterhin!

Schreibe einen Kommentar

© Expanderkrank 2013-2017.