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Früher waren wir noch stark

Warum waren unsere Vorfahren und Urahnen eigentlich so stark?

Ich (Ratazong) lese grade ein Buch, „Rohes Fleisch und Dosenbier“, von einem gewissen McAllister. Er ist Wissenschaftler und beschäftigt sich mit dem Zerfall der Männlichkeit im Laufe der Evolution. Vor allem das erste Kapitel, das Kapitel „Muskeln“, ist mehr als lesenswert. Dabei wird es jedem von uns eiskalt den Rücken herunter laufen.

Beginnen wir mit ein paar Beispielen und einem Rückblick in die Geschichte. Gewichtheber im antiken Griechenland hoben Steine, die schwerer gewesen sind, als der heutige Rekord im Kreuzheben. Antike Ruderer waren stärker und ausdauernder als heutige Olympia-Ruderer in einem Nachbau eines griechischen Kriegsschiffs. Selbst römische Soldaten sind täglich anderthalb Marathonstrecken gelaufen, also 60km und das mit 30kg Marschgepäck.

Doch auch in jüngerer Vergangenheit gibt es durchaus Beispiele für übermenschliche Kraft. Arbeiter die zur Zeit der Industrialisierung gelebt haben, verdienten sich ihr Geld in dem sie den ganzen Tag mit einem 18,16kg schweren Vorschlaghammer geschlagen haben um Eisenbahnschwellen zu befestigen.

Der legendäre Strongmen „Apollon“ demonstrierte seine Kraft vor Publikum Ende des 19. Jahrhunderts. Er hob zum Beispiel eine 100kg schwere Hantel einarmig über den Kopf, warf sie dann in die Luft und fing sie mit der Armbeuge, bevor er sie zu Boden fallen ließ. Angeblich wurde von einem Witzbold diese 100kg Hantel vor einer Vorführung vertauscht worden gegen 175kg. Doch der Schuss ging nach hinten los, da er auch die 175kg bewältigte.
Das Alles sind schon sehr imposante Fakten, die wirklich Grund zum Nachdenken geben.

Das Buch liefert eine Erklärung, die uns alle zwar teilweise enttäuscht, aber auch Mut macht.
Kraft hat nicht unbedingt etwas mit Kraft zu tun. Manche Menschen haben scheinbar stärkere Muskelfasern als andere. In Wirklichkeit haben alle die selben Muskelfasern. Es hängt viel mehr von der Knochendichte ab. Im Laufe der Evolution hat die Knochendichte abgenommen und in den letzten hundert Jahren sogar sehr dramatisch.
Ursache sind also nicht die Gene, sondern unsere Lebensweise. Bei jeder Muskelbelastung werden die Knochen auch belastet, weil der Muskel am Knochen befestigt ist. Es wächst nicht nur der Muskel, auch der Knochen wird stärker und fester.
Je größer die Knochendichte, desto stärker der Muskel. Das ist auch der Grund, warum Schimpansen im Vergleich zum Menschen so stark sind.

Wir sollten den Kopf trotzdem nicht gleich in den Sand stecken. Knochendichte lässt sich genauso trainieren wie Muskulatur. Da ich kein Arzt bin weiß ich nicht genau wie. Es wird nur gesagt das Krafttraining die Knochen stärkt. Hierbei sollten wir festhalten, das die Knochendichte zwischen dem 8. und 14. Lebensjahr am stärksten wächst. Deshalb waren die Strongmen des 19.Jh. auch so stark. Sie alle haben früh angefangen schwer zu arbeiten, was somit nicht unweigerlich schädlich ist.
Es gibt aber auch Beispiele aus dem 20. Jh. von Menschen, die erst spät – mit über zwanzig – mit ihrem Training begannen und trotzdem extrem stark geworden sind. Die Rede ist unter anderem vom „Young Apollon“. Er war sogar recht klein und auch nicht stark, als er begann. Neben dem Eisenbiegen konnte er eine 150kg Langhantel über den Kopf drücken, balancierte diese aus und hielt sie mit einem Arm und auf einem Bein stehend. Eine weitere Spezialität war das Heben von Gewichten nur mit dem kleinen Finger. Allgemein sind seine Leistungen gut dokumentiert und sehr eindrucksvoll.

Was lernen wir daraus?

Es ist alles möglich und es ist nie zu spät!

Ich habe für mich sogar schon einen Lösungsansatz gefunden. Ein hochvolumiges Training mit nicht zu viel und nicht zu wenig Widerstand. Nehmen wir das Beispiel des Bankdrückens, dort führe ich immer wieder sogenannte Pyramiden aus. Also ich fange mit 1x an, arbeite mich bis 10x und gehe dann wieder abwärts.

Also in Wiederholungen gesehen: 1,2,3,4,5,6,7,8,9,10,9,8,7,6,5,4,3,2,1.

So habe ich mit diesem System und weil ich Lust und Laune hatte noch etliche extra Sätze zu machen, letzten Donnerstag 206×87,5kg auf der Bank bewegt. Allerdings wiege ich nur 75kg. Also eine ganz gute Leistung. So ähnlich sieht mein Training auch bei anderen Übungen aus. Ich mache damit tatsächlich spürbare fortschritte und vor allem Kraftzuwächse! Um so ein Volumen zu schaffen, führe ich lieber wenige Übungen aus am Tag, aber die die ich ausführe dafür bis zum Erbrechen!

Wiedermal bewahrheitet sich, man muss weniger Denken und mehr machen. Zumindest in sportlicher Hinsicht.

20 Responses to Früher waren wir noch stark

  1. Zonk 19. August 2015 at 00:16 #

    Glaubst du das mit den Griechen wirklich? Woher will man das wissen, damals gab es noch kein „kg“ o.ä. und von einem Wandgemälde … naja.

    Das 19. Jhdt. ist ja berühmt für die Schausteller die das Publikum täuschten…

    aber das mit dem Bier stimmt ! 🙂

    Eine Steuer auf Junk Food soll her!! Und zwar nicht zu knapp.

  2. Ratazong 19. August 2015 at 22:03 #

    ich bin schon der Überzeugung das die Griechen den Stein genutzt haben zum Gewichtheben. er wurde ja gefunden und ausgewogen.
    außerdem ergibt sich ein einheitliches Bild, das in der Antike der Mensch physisch besser aufgestellt war.
    zu den KraftAthleten des 19jh. wenn Menschen ein Pferd anheben oder mehrere Menschen aus dem Publikum mittels eines Korbes über den Kopf drücken und der gleichen, kann man dabei wohl kaum tricksen.
    man muss nicht alles glauben, aber es liegt viel Wahrheit darin. ich sehe an mir selbst immer wieder das es noch lange kein ende gibt, das unser scheitern im Denken liegt. das denken das uns unser allgemeinWissen vor gibt. anstatt selber Erfahrungen zu machen beachten wir 0815 tipps für Otto normalBürger.anstatt uns der sache zu widmen und es zu genießen sind wir mit Terminen beschäftigt. es muss nicht jeder ein superman werden, aber unser Potential schöpfen nur wenige aus.

  3. Zonk 21. August 2015 at 23:51 #

    Was wiegt denn der Stein?

    Der Normalbürger von heute ist wirklich eher wie Homer Simpson 🙂

    • Expanderkrank 5. Oktober 2015 at 11:08 #

      Traurig, aber wahr, die Welt ist voll mit Homer Simpsons.
      LASST UNS GEMEINSAM WAS DAGEGEN TUN!

  4. steinisworld 22. Oktober 2015 at 17:48 #

    oder Ihr macht 100er.
    Soll heissen 100 wiederholungen am stück !!!!!
    Okay mit kleinen Pausen dazwischen, aber erst so ab 60 bis 70 wh.

    • Expanderkrank 28. Oktober 2015 at 17:41 #

      100er Wiederholungen sind auch eine gute Idee. Grade für Anfänger sind solche Zählen als Workout-Ziel super geeignet.
      Dem Fortgeschrittenen Athleten würde ich raten die Übung schwerer zu machen und erneut die 100 Wiederholungen an zu visieren.

  5. steinisworld 2. November 2015 at 21:27 #

    Wobei ich mir noch nicht ganz sicher bin, wie die Aufteilung der Übungen funktionieren kann.
    Mein Schwachpunkt sind die Schultern, drum habe ich jeden Tag 100 WH. Schulterziehen ohne Muskelversagen gemacht, plus eine 2. Übung die sich von Tag zu Tag abgewechselt hat. Der Wiederstand ist so gewählt, das es an die 40-50 WH im ersten Zug werden bevor eine Verschnaufpause von ein paar sekunden kommen.
    Habe allerding festgestellt das die 2. Übung ein wenig leidet, da nach der 1. doch schon einiges an Energy fehlt.

    Mein neues Projekt Heisst: Jeden Tag eine andere Übung, nicht mehr, dafür aber 100 WH( Schwer ) Die Reihenfolge Überlege ich mir noch. Es werden wohl 10 Übungen die sich von Tag zu Tag abwechseln.

    Für Ideen , Ratschläge und Tipps bin ich immer zu haben.

    Dirk

    • Expanderkrank 16. November 2015 at 18:20 #

      Hey Dirk!

      Mache lieber 2 Sätze mit einem Widerstand, den du im ersten Satz 15-20 Mal wiederholen kann und pumpe im 3. Satz mit 75% des Widerstandes aus (maximale Wiederhlungszahl in einem Satz).

      Das die 2. Übung leidet ist normal, daher sind die Expander-Workouts auch so aufgebaut, dass die Übungen sich gegenseitig möglichst wenig „behindern“.

      Dein neues Vorhaben hört sich interessant an, wobei ich die Übungsvielfalt auf 3 reduzieren würde, ansonsten ist die Pause zwischen den Übungen zu groß. Es könnte auch sein, dass du dich selbst mit 100 schweren Wiederholungen am Tag zu sehr forderst. Mich würde interessieren, wie du Fortschritte machst und wie sich diese Art des Trainings für dich anfühlt.

      Gruß
      Wolf

  6. steinisworld 21. November 2015 at 21:10 #

    Hey Wolf

    So, nun zu meinem Vorhaben:

    Mo: Schulterziehen
    Die: Bizeps Beugen
    Mi: Überkopfzug hinten
    Do: Brustziehen
    Fr: Rückenpresse
    Sa: Frei
    So: Frei

    Gruss Dirk

    • Expanderkrank 9. Januar 2016 at 08:52 #

      Hey Steini,
      wie hat sich dein Training entwickelt?

      • steinisworld 16. Januar 2016 at 11:28 #

        Hi
        ich habe einwenig rum probiert, und mache seit dem 4. 1. 16 (12 Tage)
        einen streak(Serie) Das heist jeden tag expandern.
        Im Moment sind das 4 Ubungen.

        Schulterziehen, Brustpresse, Brustziehen, Überkopfziehen.

        mal als leitertraining oder nur ein Satz oder in kleinen Sätzen bis die gewünschte Gesamtwiederholungszahl erreicht ist.

        Wichtig dabei ist mir nur das mein Streak so lange wie möglich hält.

        Wer das noch nicht kennt, der kann sich gerne mal die Seite Streakrunner.de anschauen um zu sehen was ich meine. nur laufe ich nicht sondern Expander.

        Die Regeln sind recht einfach.

        1. Schnapp dir den Expander mind. einmal am Tag
        2. Mache mind. eine Übung (von Expanderkrank)oder mehr.
        3. Mache davon mind. 10 Wiederholungen hintereinander (oder mehr) aber nicht weniger. Die intensität wählst du nach empfinden.
        4. Der Streak(Serie)) gilt als beendet, wenn du einen Tag auslässt. Auch kannst du heute nicht für morgen vor Trainieren.
        5. Hab spass an der Sache aber sei nicht Übermotiviert, die Serie soll ja schliesslich lange halten.
        6. Führe Buch über dein Streak Das Motiviert und du behälst den Überblick. Ist es nicht toll dort rein zu schauen und zu sehen das du bereitzt seid 100 Tagen dabei bist ?
        7. Vergiss deinen Expander nicht mitzunehmen wenn du länger von zuhause weg bist.
        8. Bei deinem Streak zählt nicht wie stark du bist (das ist deine Sache)sonder vielmehr wie viele Züge du machst und durchhälst.
        9. Sei EHRLICH. lieber einen Echten Streak mit 25 Tagen als ein geschummelter mit 150 Tage. Ist die Serie gerissen kannst du immer wieder anfangen.

        So das müsste es gewesen sein.
        Sollten noch fragen auftauchen, bitte stellen.

        Leider gibt es kein Forum wie bei streakrunner.de

        Vielleicht hat ja Expanderkrank eine Idee ? 🙂

        • Expanderkrank 16. Januar 2016 at 12:59 #

          Hey Steini,
          das hört sich nach einer Abwandlung von GTG (Grease The Groove) an. Sehr interessant das mit dem Expander durch zu führen.
          Ich freue mich über deine Berichte wie das Training läuft! =)

          Die Forum-Idee schwirrt mir auch schon einige Zeit im Kopf rum. Das wäre ein guter Schritt für dieses Jahr. Ich werde mich da mal einarbeiten.

          Beste Grüße und schönes Wochenende!
          Wolf

          • steinisworld 16. Januar 2016 at 16:30 #

            hi
            kurze zusammenfassung .

            Streakbeginn: 4.1.16 bis 15.1.16
            12 Tage – 2088 Wiederholungen – im Schnitt 174 WH pro Tag –

            Heute 16.1.16
            13. Tag – 70 Wiederholungen am Stück Brustziehen

            Happy weekend

            Dirk

          • Expanderkrank 20. Januar 2016 at 19:58 #

            Starkes Ding Dirk! Weiter so!

  7. AG 4. Januar 2016 at 19:06 #

    Es handelt sich beim angesprochenen Stein wohl um den von Bybon, Sohn des Phola. Dieser wiegt (jetzt noch) 143,5 kg (früher evtl. schwerer) und wurde von ebenjenem Bybon EINHÄNDIG über den Kopf gestemmt (oder geworfen, je nachdem, welcher Übersetzung man glaubt).

    Nehmen wir grob x2 (modern stemmt man ja mit beiden Händen) und wir sind auf 290kg (beidhändig drückt man gemeinhin etwas mehr als das Doppelte eines Armes, kann jeder im örtlichen Fitnesstempel ausprobieren). Also etwa 25kg mehr als der heutige Weltrekord in der Gewichtsklasse über 125 kg. Wohlgemerkt ohne Steroide und Gewichthebergürtel.

    Nur wie schwer Bybon war, wissen wir nicht. Wenn er gar unter 105kg wog, dann Hut ab. Und wenn er den Stein nicht gestemmt, sondern geworfen hat, dann noch mehr Hut ab.

    Das nur als Beispiel. Die Sportuni Köln, die Uni Erfurt und die Uni Manchester haben sich auch schon daran gemacht, moderne mit antiken Athleten zu vergleichen. Und die antiken Athleten, das ist Fakt, waren oft genauso gut, meist aber besser als unsere modernen Sporthelden. Und von den Leistungen der Ritter, wie zum Beispiel Christoph dem Starken, fange ich jetzt nicht an.

    Ein sehr interessantes Thema und manchmal kommen einem dann doch Gedanken, ob wir nicht irgend etwas grundlegend falsch machen, was unser Training angeht.

    • Expanderkrank 9. Januar 2016 at 08:51 #

      Sehr interessant, vielen Dank für deine ausführliche Ergänzung!

      Wie gerne würde ich in der Zeit zurück reisen können und das selbst sehen =) Das muss beeindruckend gewesen sein! Und das ist noch untertrieben.

  8. Steinisworld 5. März 2016 at 16:36 #

    Hi,

    Hab da mal ne Frage.
    Habe ja nun die Org. Federn von Expanderkrank und das Problem, das ich nicht weis, wie ich auf den nächst höheren Wiederstand komme.

    Beispiel:
    Brustziehen 1 Feder = 30 Wiederholungen
    Brustziehen 2 Federn = mit ach und krach 10 Wiederholungen
    Brustziehen 3 Federn = nix gut, keine Wiederholung. Bekomme das Ding nicht auseinander

    Jungs was soll ich machen ?

    Ach ja und meine Serie hält immer noch. Nunmehr seit 62 Tagen

    Gruss

    Dirk

    • Expanderkrank 5. März 2016 at 21:02 #

      Hey Dirk,
      erstmal klasse, dass deine Serie anhält! Sehr stark! 62 Tage ist echt gut!

      Beim Brustziehen würde ich dann erstmal bei 2 Federn bleiben und mich damit auf mindestens 15-20 Wiederholungen hoch arbeiten. Dann kannst du steigern und wirst mit 3 Federn wieder bei sehr wenigen Wiederholungen anfangen. Dafür mit höherem Widerstand, das macht stark!

      Beste Grüße
      Wolf

      • Steinisworld 6. März 2016 at 13:22 #

        Ok,
        werde ich probieren.

        hast du schon mal brustziehen im liegen ausprobiert ?
        kommt mir etwas einfacher vor, da ich mich am boden abdrücken kann.
        oder sollte man diese variante besser nicht machen ?

        was macht die Idee mit dem Forum ?

        danke auch für die aufkleber, sehen gut aus.

        Gruss Dirk

        • Expanderkrank 6. März 2016 at 17:33 #

          Auf dem Rücken liegend Brustziehen machen? Das hört sich widersprüchlich an. Ich selbst finde es stehend gut und die Steigerung wäre für mich dann vorgebeugtes Brustziehen, da man so ganz viele Rückenmuskeln anders verwendet wird es schwerer.
          Also interessante Idee von dir, ich bezweifel aber den Nutzen.

          Die Idee mit dem Forum steht nach wie vor, braucht aber etwas Zeit zur Umsetzung.

          Gruß
          Wolf

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