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Stress und die Leistungsfähigkeit – (k)eine Liebesgeschichte

Das Stress sich auf die Leistungsfähigkeit auswirkt, ist bekannt. Ich persönlich durfte das über den Zeitraum der letzten 6 Monate zu Genüge erfahren. Doch wie kann man damit umgehen?

Stress und die Leistungsfähigkeit

Stress

Stress

– (k)eine Liebesgeschichte –

Stress, egal welcher Art, stellt eine große Belastung für deinen Körper und Geist dar, weshalb er auch deine Leistungsfähigkeit negativ beeinflussen kann. Im Folgenden geht es darum wie sich Stress auf den Körper auswirkt und wie er die Leistung beeinflusst. Außerdem werde ich dir verschiedene Möglichkeiten erläutern, wie du in Zukunft besser mit Stress umgehen und diesen sogar abbauen kannst.

Stress

Das Symptom ‚Stress‘ wurde von H. Selye entdeckt und 1936 mit dem uns so geläufigen Namen bezeichnet. Als Stress wird biologisch erstmal alles gesehen was den Körper reizt. Dies kann durch innere und äußere Reize (Stressoren oder Stressfaktoren) geschehen. Im Anfangsstadium wird dies als körperlicher Ausdruck einer allgemeinen Mobilmachung der Verteidigungskräfte im Organismus verstanden. Folglich ist Stress ein negativer Einfluss auf den Körper.

Ein Stressor löst eine Stressreaktionskette aus, die in drei Phasen (Alarmreaktion, Widerstandsstadium und Erschöpfungsstadium) unterteilbar ist und mit einer tiefgreifenden Umstellung im Hormonsystem einhergeht. Entscheidend für die Dauer und Intensität einer Stressreaktion ist die Bewertung dieser als kontrollierbar (d.h. bewältigbar) oder als nicht kontrollierbar.

Grundlegend gibt es drei Arten von Stressoren, die auf den Körper wirken können:

  1. Physikalische und körperliche (Kälte, Lärm, Hitze, Schmerz, etc)
  2. Soziale Stressoren (Konflikte, Trennungen, etc)
  3. Anforderungen an Leistung (Überforderung, geringe Handlungsspielräume, Zeitdruck, etc)

Im Alltag gibt es folglich unzählige Variablen, die zu Stress führen können und selbst Sport kann dabei negativ auf den Stresslevel wirken.

Bist du gestress, erbringst du weniger Leistung, was zu neuem Stress (einem neuen Stressfaktor) führen kann. Daher versuche ich Stress möglichst zu vermeiden und unvermeidbaren Stress frühzeitig zu bekämpfen bzw. ihm entgegen zu wirken.

Denn es kann Dauerstress oder auch ein Burnout Syndrom entstehen, wenn mehrere Stressoren auf einmal wirken. Dieser multifaktorielle Stress ist heutzutage leider sehr häufig anzutreffen und längst nichts Außergewöhnliches mehr.

Zu den typischen Stressoren gibt es Personengruppen, die dazu neigen Stress verstärkt wahrzunehmen. Personen mit perfektionistischer Veranlagung und Kontrollbedürfniss sind oft davon betroffen. Zusätzlich kann eine hohe eigene Leistungsanforderung zu einer Verstärkung führen. Wichtig um etwas gegen Stress zu unternehmen ist also sich selbst zu kennen und auch einordnen zu können!

Entstehung von Stress

Stresssituationen werden vom Körper mit einem Fluchtpotential verbunden. Früher hat dieses Fluchtpotential uns Menschen vor wilden Tieren und Angriffen geschützt. Der Körper schüttet Adrenalin und Noradrenalin aus und mobilisiert Energie und Kräfte, die dem Schutz des Körpers dienen. Dies bewirkt, dass Puls und Blutdruck steigen, die Atmung wird beschleunigt und der Körper wird schmerzunempfindlicher. Damit ist der Körper zum Kampf bereit, jedoch bringt dieser Zustand auf Dauer gesundheitliche Probleme mit sich.

Dieser Stresszustand wird in der heutigen Zeit viel zu oft durch Prüfungen, zu viele Aufgaben, Termindruck usw. hervorgerufen. Dieser multifaktorielle Stress kann dazu führen, dass unser Körper nicht mehr zur Ruhe kommt. Dann kann selbst die eigentlich nötige Erholungsphase den Stresslevel nicht mehr genügend absenken, wodurch wir uns auf einem ständig erhöhten Stresslevel bewegen. Genau an diesem Punkt reagiert der Körper dann mit gesundheitlichen Folgen!

Erkenne den Stress

Um Stress zu vermeiden, musst du die Stress-Signale erkennen! Hierzu musst du verstehen, dass Stress sehr individuell ist und so auch zu betrachten ist. Dabei kommt es darauf an, welcher Grad an Stress für deinen Körper noch erträglich ist. Die einen hetzen von Termin zu Termin, absolvieren dazwischen noch ihr Training und sitzen am Abend dann total ausgeglichen auf dem Sofa – diese Menschen haben kein Problem mit dem ganzen Stress. Die anderen haben schon mit der Bewältigung mehrerer Termine ihre Probleme. Natürlich spielt hier auch etwas die Lebenseinstellung und Motivation mit, dies lässt sich jedoch nicht verallgemeinern.

Typische Symptome für zu viel Stress

  • Verspannungen
  • Kopfschmerzen
  • Rücken- und Nackenschmerzen
  • Blutdruckerhöhung
  • Sodbrennen
  • Müdigkeit
  • Lustlosigkeit und Abgeschlagenheit
  • Verdauungsprobleme
  • Reizbarkeit

Störungen und Krankheiten nach Ebenen sortiert

  • Energetische Ebene: Schwäche, Antriebslosigkeit
  • Mentale Ebene: Konzentrationsstörungen, Tagträume, Gedächtnis- und Leistungsstörungen, Realitätsflucht, chronische Müdigkeit, Schlafstörungen
  • Emotionale Ebene: Panikattacken, Angstsyndrom, Depressionen
  • Vegetative Ebene: Herz- Kreislauf-Beschwerden, Blutdruckprobleme, Infarktrisiko, Atembeschwerden, Darm- und Magengeschwüre, Verdauungsbeschwerden, Hormonveränderungen, Anfälligkeit für Infektionen, Hautkrankheiten, Schwindelanfälle etc.
  • Muskel- und Skelettsystem: Rücken- und Kopfschmerzen, Verspannungen, leichte Ermüdbarkeit, Krampfneigung, Muskelzittern
  • Verhalten: Unfallanfälligkeit, unsicheres Auftreten, Ja-Sager-Mentalität (Überforderung), Aggressionsbereitschaft

Ebenfalls verschlechtern sich bei hohem Stresslevel deine Denkleistung und Aufnahmefähigkeit im Alltag. Typisch auftretende Signale wie Hörstuz, Tinnitus und ein erhöhtes Suchtpotential, ebenso wie Immunschwäche treten häufig durch Stress auf, werden jedoch nicht als Symptome erkannt.

Man geht davon aus, dass längerfristiger Stress mit vielen weiteren Krankheiten, ob physisch oder psychisch in Verbindung steht. Die Verkürzung der Lebenszeit aufgrund von Stress ist jedoch gut vorstellbar.

Stress und die Leistungsfähigkeit

Durch Sport kannst du den Stress noch weiter verstärken und auf die Spitze treiben. Denn durch die vielen unterschiedlichen Stressfaktoren ist bereits ein Großteil unserer Bevölkerung vorbelastet oder sogar betroffen. Dazu kommt dann dein „Fitness-Lifestyle“, also deine Ernährungs- und Trainingspläne, sowie dein eigener Leistungsdruck. Dadurch kannst du dein Stressniveau noch weiter anheben, wodurch du deine Leistungsfähigkeit allgemein und beim Sport einschränken kannst.

Einfluss auf Trainingseinheiten

Wie aus der Lister der Signale und Störungen abzulesen ist, können Krankheiten und auch Probleme, ebenfalls wie andere Krankheitsbilder, auch andere Ursachen und Hintergründe haben. Jedoch sollte jeder wissen, wie sein Tag normalerweise läuft und wie er sich am Abend fühlt.

Wie oben schon geschrieben ist Stress individuell und daher gibt es keine aussagekräftige Analyse zu Stressniveau und Leistungsfähigkeit. Jedoch lässt sich aufgrund der oben aufgeführten Liste der Folgen, eine Bilanz zum Sport ziehen. Denn ohne die nötige Konzentration und den Fokus auf die Trainingseinheit wird es dir wesentlich schwerer fallen, dein Training optimal zu gestalten. Durch diese Konzentrationsschwäche kann deine komplette Übungsausführung und die angewandte Technik leiden. Zusätzlich können durch mögliche Stoffwechsel- und Verarbeitungseinschränkungen sämtliche Prozesse im Körper eingeschränkt ablaufen (z.B. Kohlenhydrat-, Lipid- und Eiweißstoffwechsel, Nährstoffverwertung und Enzymaktivität).

Diabetes zum Beispiel steht im Zusammenhang mit Stress, ähnlich wie andere Stoffwechselkrankheiten. Daher ist es bei der Fehlersuche immer wichtig auch den derzeitigen Stress zu betrachten. Denn vielleicht liegt gerade hier die Flinte im Korn. Der negative Einfluss auf die Leistungssteigerung, Muskelzuwächse oder Fettreduktion könnte nämlich einfach im Stress liegen. Denn Hormone sind an sehr vielen Prozessen beteiligt und Probleme dieser können auf die Fettoxidation und auch die Proteinsynthese Einfluss nehmen. Es kann ebenfalls schnell zu einer Verminderung der Wachstumshormonproduktion kommen. Dies schränkt den Muskelaufbau ein und macht es ebenfalls schwieriger Muskulatur zu halten. Stress kann ebenfalls Verspannungen im Rücken auslösen, die dich dazu zwingen können Übungsausführungen nicht richtig auszuführen.

Daher ist es sehr wichtig sich und seinen Stress im Auge zu behalten, stets zu hinterfragen und wenn nötig etwas gegen ihn zu tun. Und genau darum wird es im nächsten Artikel gehen, den Umgang mit Stress.

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